Landwirtschaft

Bedeutung

Mit dem Gesamtprojekt Regionale Entwicklung (PRE) werden neue und innovative Verbindungen geschaffen zwischen Landwirtschaft, Tourismus, Kultur und Geschichte. Die Aufgabe der Berglandwirtschaft besteht nicht nur in der Produktion von Lebensmitteln, mit der Bewirtschaftung des Landes pflegt sie die schöne Berglandschaft und schützt so Steilhänge vor Bodenerosion und Lawinen. Die Erschliessung von hochgelegenen Gebieten bis auf die Alpen schafft zudem wichtige Grundlagen für den Tourismus. Die Landwirtschaft in Klosters schafft Arbeitsplätze, naturnahe Lebensmittel und einen vielfältigen Lebens- und Erholungsraum.

Betriebe

Die Gemeinde Klosters Serneus bildet von der Gemeindegrenze in Saas (988 m. ü.M) bis zum Verstanclahorn (3298m ü. Meer) eine vielfältige Kulturlandschaft, die von rund 96 Landwirtschaftsbetrieben bewirtschaftet wird. Etwas mehr als die Hälfte der Betriebe betreibt die Landwirtschaft hauptberuflich. Der grösste Teil der Bauern arbeitet auch noch in anderen Berufsfeldern und Aufgaben.

Die Hälfte der Bauern führen ihren Betrieb als Milchwirtschaftsbetrieb und liefern wertvollen Käse, Zieger und Butter. Die andere Hälfte der Höfe betreibt Mutterkuhhaltung. Dazu tummeln sich auf den Klosterser Weiden noch Pferde, Schafe, Geissen, Lamas und Wollschweine und natürlich auch Hühner und viele weitere Tiere.

Folgende Kuhrassen können auf den Weiden bestaunt werden:

Brown Suisse, Red Holstein, Swiss Holstein, Suisse Jersey und Original Braunvieh (Milchviehrassen)

Rhätisches Grauviehrasse, Braunvieh, Piemonteser, Angus, Limousin, Herford, Highland Cattle (Schottisches Hochlandrind), Chariolais und Simmentaler (Mutterkuhrassen)

Landwirtschaft und Tourismus

Landwirtschaft und Tourismus bilden eine symbiotische Gemeinschaft. Ohne eine funktionierende Landwirtschaft gäbe es keine Kulturlandschaft und die Touristen blieben fern. Ohne Tourismus oder andere attraktive Arbeitsplätze in der Region könnten aber heute viele Bauernbetriebe nicht mehr überleben. So beleben sich beide Seiten. In Klosters bieten die Bauern nicht nur feinste Produkte von ihren Höfen sondern auch andere spannende Angebote wie Lamatrekking und Kutschenfahrten, Events auf dem Bauernhof oder die Bewirtung von Gästen in Besäbeizli. Die vielen traditionellen Feste und das aktive Pflegen des Brauchtums lassen Gäste und Einheimische zusammenwachsen und stiften Identität.

Vernetzungsprojekte Klosters - Serneus

Die Klosterser Landwirte sind sehr bestrebt, die intakte Kulturlandschaft zu erhalten und haben sich mit einem Vernetzungsprojekt verpflichtet, im Interesse der gesamten Bevölkerung und des Tourismus den Strukturreichtum, die Artenvielfalt und wertvolle Biotope mit naturnaher und nachhaltiger Bewirtschaftung zu erhalten. Ein wichtiger Beitrag ist, die Verbuschung und Vergandung der Alpen und steilen Hanglagen mit gezielten Massnahmen zu verhindern. Dabei werden Futterbauliche und ökologische Aspekte optimal aufeinander abgestimmt und die Anliegen des Naturschutzes in die einzelnen Betriebe integriert.

Landwirtschaftsbeiträge

Mit dem weiterentwickelten Direktzahlungssystem werden die Direktzahlungen auf die Ziele der Bundesverfassung ausgerichtet. Die Kernelemente sind :
• Kulturlandschaftsbeiträge zur Offenhaltung der Kulturlandschaft
• Versorgungssicherheitsbeiträge zur Erhaltung einer sicheren Versorgung der
Bevölkerung mit Nahrungsmitteln
• Biodiversitätsbeiträge zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt
• Landschaftsqualitätsbeiträge zur Erhaltung, Förderung und Weiterentwicklung vielfältiger Kulturlandschaften
• Produktionssystembeiträge zur Förderung besonders naturnaher, umwelt- und tierfreundlicher Produktionsformen (zum Beispiel Bio und Integrierte Produktion)

Die tierbezogenen Beiträge werden grösstenteils in die Versorgungssicherheitsbeiträge umgelagert. Die Versorgungssicherheitsbeiträge werden flächenbezogen ausgerichtet,
wobei auf dem Grünland die Haltung raufutterverzehrender Nutztiere vorausgesetzt wird (Mindesttierbesatz).
Als Voraussetzung für die Ausrichtung von Direktzahlungen gilt weiterhin die
Einhaltung des ökologischen Leistungsnachweises.

Direktzahlungen
Die gemeinwirtschaftlichen Leistungen, die die Landwirtschaft nach Artikel 104 Bundesverfassung erbringen soll, werden mit jeweils einer spezifischen Direktzahlungsart gefördert. Die Stossrichtung der einzelnen Direktzahlungsinstrumente wird auch in der Bezeichnung des
jeweiligen Beitragstyps wiedergegeben. Die folgende Abbildung zeigt das Konzept und den Aufbau des neuen Direktzahlungssystems.

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